Vögel können bereits als Nestlinge im Nest oder als ausgewachsene Vögel gefangen und beringt werden. Nestlinge dürfen weder zu jung noch zu alt sein. Bei zu jungen Tieren haben die Beine noch nicht den endgültigen Durchmesser, da das Wachstum noch nicht abgeschlossen ist, der Ring könnte wieder abfallen oder bei zu frühem Anlegen im höheren Alter zu Abschnürungen führen. Bei älteren Tieren kann es zur vorzeitigen Flucht aus dem Nest durch die Annäherung kommen und die Überlebenschancen können somit sinken. Es stehen eine Vielzahl von offenen Ringen, abgestimmt auf die verschiedenen Körpergrößen, Eigenheiten und Lebensräume der Vögel, für die Markierung zur Verfügung. Das Gewicht des Rings für den Vogel entspricht in etwa dem einer Armbanduhr für den Menschen.
Handelt es sich um Nestlinge werden diese ab einer artspezifischen Größe, noch im Nest am linken Bein beringt.
Beim Uhu sollte die Beringung nach dem erscheinen des Großgefieders durchgeführt werden. Besondere Vorsicht gilt vor den Füßen und Krallen!
Das Fangen erwachsener kleinerer Individuen findet mittels feiner Netze oder mit Lockfutter ausgestatteter Reusen oder anderer Fallen bei größeren Vögeln, statt. Die Vögel werden vorsichtig und sorgsam aus der Falle/ dem Netz entnommen, untersucht, am rechten Bein beringt und wieder freigelassen.
EURING (Europäische Union für Vogelberingung) koordiniert länderübergreifende Projekte
und gewährleistet die Standardisierung
der Datensammlung sowie den Wissens-
und Technikaustausch.
Die wissenschaftliche Beringung dient der Erforschung von
Biologie, Ökologie, Verhalten, Zugbewegungen, Reproduktionsbiologie und der Populationsentwicklung.
Die Ergebnisse dienen dem Naturschutz und der Überprüfung der Wirksamkeit von bereits bestehenden Schutzmaßnahmen.
Die Vogelberingung ist die günstigste Variante der individuellen Kennzeichnung einzelner Vögel und kann daher an verhältnismäßig vielen Vögeln durchgeführt werden. Des weiteren sind die Ringe sehr leicht und somit für alle Arten geeignet.
Eine weitere Variante stellt die temporäre Beringung von Patienten in Tierarztpraxen oder Kliniken dar. Dadurch ist eine Unterscheidung zwischen optisch kaum zu unterscheidender Individuen möglich. Dies ist während einer Therapie enorm wichtig. Diese Ringe werden vor der Wiederauswilderung abgenommen.
Aufgaben der nationalen Beringungszentralen sind die
Ausbildung, die Anleitung und die tech- nisch-organisatorische Betreuung der Vo- gelberinger. Nur sehr gut ausgebildete Personen dürfen die Beringung bzw. die individuelle Kennzeichnung von Vögeln durchführen.
Für den Fang und
die Beringung in Schutzgebieten oder von
bedrohten Vogelarten werden in der Regel spezielle Lizenzen benötigt, die nur
besonders erfahrene Beringer im Rahmen spezieller Forschungsprogramme erhalten.
Die meisten BeringerInnen betreiben die Vogelberingung als Ehrenamtliche.
- Im Dienste der Wissenschaft und Naturschutz -
Bitte melden Sie jeden beringten Vogel bei Ihrer zuständigen Beringungszentrale (siehe unten) und geben bitte folgendes an, inklusive Ihrer Daten (Name und Adresse, evtl. Mailadresse):